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Zero Infrastruktur – bezieht der deutsche Mittelstand zukünftig mehr „Anything as a Service“?

Die Zukunft des deutschen Mittelstands steuert laut einer aktuellen Prognose von Strategy& auf eine „Anything as a Service“ Mentalität zu. Eine beherrschende Rolle werden dabei Public Cloud Services spielen, die sich in Zukunft an größerer Beliebtheit erfreuen. Doch trotz wachsender Popularität bestehen weiterhin einige Bedenken gegenüber dem Einsatz von Cloud-Services in Unternehmen. Cloud-Experte Mathias Petri geht in diesem Kommentar auch explizit auf diese Bedenken ein.

 

Vorteile von Cloud Services gegenueber lokaler Software

 

Die Studie mit dem Titel „Zero infrastructure – Anything-as-a-service: A technology operating model for the cloud-centric era“ wurde 2015 von dem globalen Strategie-Consulting Unternehmen Strategy& durchgeführt und wird in dem sehr lesenswerten Artikel der Computerwoche von Chefredakteur Heinrich Vaske aufgegriffen.

Erkenntnisse aus der Studie sind unter anderem:

  • Das verfügbare Budget für Services aus der Public-Cloud wird zukünftig höher ansteigen.
    Angeblich sogar so hoch, dass die bisherigen Investitionen genereller IT-Felder deutlich übertroffen werden (22% vs. 4% CAGR).
  • Viele Unternehmen, die schon auf Service Modelle setzten, streben zukünftig eine „Zero Infrastruktur“ an.
  • Einer der Gründe für den schnellen Umstieg sei in IT-Unternehmen die Konkurrenzfähigkeit gegenüber neuen Playern.

 

Die Studie verspricht somit recht rosige Zeiten für Cloud Services. Warum also zieht der deutsche Markt weiterhin nur schleppend nach?
Einige der Gründe liefert die Studie: Sicherheitsbedenken, Ängste vor steigender Komplexität und die Sorge in Abhängigkeit vom SaaS-Hersteller zu geraten stehen ganz oben auf der Liste.

 

Aber ist das tatsächlich so? Wie verhalten sich denn Cloud Services gegenüber lokaler Software?
Bei lokaler Software gestaltet sich der Umstieg auf einen anderen Softwarelieferanten meist als sehr komplex. Viele Cloud Anwendungen haben aus diesen Erfahrungen gelernt und bieten den In- und Export von Datenbank-Informationen von Haus aus an. Damit steht dem Umstieg von einem Cloud-Anbieter auf einen anderen nicht mehr viel im Wege.

Updates auf nativ installierter Software einzuspielen, ist in der Regel ebenfalls ein schwerfälliges Unterfangen. Gerade in großen Unternehmen muss eigens ein Systemadministrator dieser Aufgabe nachkommen, wodurch wichtige Supportleistungen liegen bleiben. Zu lange missachtet, entstehen durch fehlende Updates außerdem Sicherheitslücken, die dem Unternehmen nachhaltig schaden können.

Diese Thematik entfällt bei der Verwendung von Cloud-Anwendungen. Updates spielt in der Regel der Betreiber der Software zentral ein – alle Anwender haben damit immer den aktuellsten Stand. Auf Sicherheitslücken wird also wesentlich schneller reagiert.

 

Doch wie sieht es mit dem Hosting aus? Sensible Daten in der Cloud? Das passt doch irgendwie nicht zusammen, oder?
Gerade in Deutschland gibt es vielerlei Auflagen, wenn es um das Speichern und Arbeiten mit empfindlichen Daten geht. Daraus entstehen viele Pflichten und Regeln, denen sich Unternehmen unterziehen müssen. Doch gerade hier liegt der große Vorteil! Nicht nur die Unternehmen, die Software verwenden, auch die Hoster von Private Clouds in Deutschland sind diesen Auflagen unterlegen. Zwar ist diese Art der Datenhaltung preisintensiver als beispielsweise in China oder in den USA, jedoch auch deutlich sicherer und auf die rechtliche Situation in unseren Breitengraden angepasst.

 

Neben attraktiven Kostenmodellen und der Skalierbarkeit von Cloud Services gibt es noch viele weitere Vorteile, die man sich einmal durch den Kopf gehen lassen sollte.
Besonders erwähnenswert ist an dieser Stelle der große Nutzen durch die Kommunikation einzelner Services untereinander. Deutlich komplexere Operationen werden möglich und Datensätze miteinander verknüpft, sodass diese nicht in jeder einzelnen Anwendung neu erstellt werden müssen. Dadurch entstehen Einsparungspotentiale und völlig neue Möglichkeiten der Datenaufbereitung.

 

Die Vorteile von SaaS, PaaS, IaaS & Co. überwiegen ganz klar. Zumindest der deutsche Mittelstand scheint also doch so langsam in der Welt der Clouds angekommen zu sein.
Laut der Studie von Strategy& steht bereits für 25,2% aller befragten Unternehmen Cloud Computing als zentrale IT-Strategie und Wettbewerbsvorteil in Ihrem Unternehmen. Der Großteil von 32,9% ist in der Implementierungsphase angekommen und setzt Cloud-Lösungen in ersten Projekten und Workloads ein. Stetige Kundenanforderungen und die Innovationsgeschwindigkeit von Cloud Lösungen sind die beiden Hauptgründe für Unternehmen Cloud-Anwendungen zu nutzen.


Über den Autor Mathias Petri:

Dr. Mathias Petri

Mathias Petri ist Mit-Gründer und Gesellschafter der StoneOne AG. Er zählt zu den Pionieren im Bereich Information Management und Cloud Computing. 2014 wurde sein Unternehmen für den innovativen und konsequenten Einsatz von Cloud Services als Strategie zur Kostenreduktion mit dem Cloud Champion-Award der deutschen Telekom ausgezeichnet.

Weitere Kategorien:
  • Cloud-Dienstleistungen
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