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Web Services: So einfach wie Surfen im Internet – Interview mit Andreas Liebing

Presseinformation:

Andreas_Liebing_12x15cm_72dpi_webDie StoneOne AG eröffnet mit ihrer Web Service Factory für Software Services neue Wege für die Erstellung von Geschäftsportalen für den Mittelstand.

Ein Interview mit Andreas Liebing, CEO, StoneOne AG

 

Frage: Herr Liebing, nach sehr erfolgreichen Jahren als Chef eines führenden ECM-Anbieters, der SAPERION AG, treten Sie nun mit einem neuen Geschäftsmodell im Bereich SaaS – Software as a Service – an. Warum gerade in diesem Bereich?

Andreas Liebing:
Noch sind Software Services ein relativ kleiner Markt – aber dafür einer mit gewaltigem Wachstumspotenzial. Der Umsatz mit Software, die als Dienstleistung bereitgestellt wird, soll allein in diesem Jahr auf über 5,1 Milliarden Dollar ansteigen, so die letzten Gartner-Schätzungen. Dies wäre ein Anstieg um 21 Prozent gegenüber 2006. Und bis zum Jahr 2011 sollen es 11,5 Milliarden Dollar sein. Ein Heidelberger Software-Haus befragte am Rande der vergangenen CeBIT in einer nicht repräsentativen Studie 117 Firmen, überwiegend aus dem Dienstleistungs-Sektor, ob „Deutschland reif für SaaS“ sei? Das Ergebnis: Nur zehn Prozent der Unternehmen „mieten“ ihre Software derzeit, satte 78 Prozent aber sind fest davon überzeugt, dass On-Demand-Modellen die Zukunft gehört.

 

Frage: Bitte beschreiben Sie in kurzen Worten Ihren Ansatz für SaaS.

Andreas Liebing:
Nach einer aktuellen IDC-Studie wird ab 2010 ein Drittel aller SaaS-Lösungen weltweit über so genannte SaaS Integration Platforms (SIP) vermarktet werden, wie sie StoneOne anbietet. SaaS 2.0 heißt das Stichwort: Als Bindeglied zwischen alter und neuer Softwaretechnologie werden SIPs in Zukunft erhebliche Bedeutung erfahren und den Unternehmen ermöglichen, ihre Geschäftsstrukturen und -prozesse grundlegend zu transformieren.

EIB_Chart

Die StoneOne versteht sich als „Web Service Factory“, die auf Basis von SaaS Technologien eine standardisierte Erstellung von Business Portalen anbietet. Sie können sich das wie eine moderne industrielle Produktion vorstellen, wie etwa in der Automobilindustrie. StoneOne nutzt dabei die bereits am Markt verfügbare Portal-Basistechnologie und ergänzt diese um weitere vorgefertigten Komponenten für die Integration von Geschäftsprozessen. Zusammen mit unseren zumeist vertikal orientierten Partnern können wir dadurch ganz unterschiedlichen Zielgruppen jeweils passende Business-Portale zur Verfügung stellen, die aber eben immer auf den gleichen Basis-Komponenten aufsetzen. Damit können wir deutlich günstiger als bisher zielgruppenspezifische Services anbieten. Das Resultat sind moderne Business-Portale, die sich auch der Mittelstand leisten kann.

 

Frage: Das heißt, Sie konzentrieren sich auf den Mittelstand als bevorzugte Kundschaft?

Andreas Liebing:
Nicht ausschließlich. Unsere Zielgruppe sind mittelständische Unternehmen ebenso wie dezentral organisierte Teilbereiche von Großunternehmen, für die der Einsatz einer Portallösung aus Kosten- und Wartungsgründen oder aufgrund mangelnder interner Ressourcen bisher nicht in Frage kommt.

 

Frage: Im SaaS-Umfeld gibt es schon diverse Anbieter – wie unterscheiden Sie sich vom Wettbewerb?

Andreas Liebing:
Gängige Portallösungen sind sehr kostenintensiv hinsichtlich individueller Erstellung und Wartung und bieten in der Regel keine weiterführende Integration von Geschäftsprozessen. StoneOne kombiniert deshalb die am Markt verfügbaren Java-Portaltechnologien mit eigenentwickelten Komponenten wie Business-Portlets oder Frameworks. Neu ist dabei, dass die Komponenten einen gemeinsamen Informationsbus nutzen – festgelegte und standardisierte Daten, Metadaten und Schnittstellen – und über einen regelbasierten Workflow zusammen mit einer Rules-Engine verbunden werden.

 

Frage: Beschreiben Sie bitte in kurzen Worten die technische Grundlage Ihres SaaS-Modells.

Andreas Liebing:
Das Herzstück ist unser neuartiger Enterprise Information Bus oder EIB, mit dem wir alle Komponenten der Software-Fabrik zentral steuern. Auf Basis einer modernen, service-orientierte Software Architektur (SOA) stellen wir damit eine einzigartige Enabling-Technologie für die schnelle Entwicklung und Bereitstellung von Geschäftsportalen für B2B und B2C zur Verfügung.

Der Enterprise Information Bus stellt ein durchgängiges „Backbone“ für alle Komponenten und die darauf aufbauenden Services dar und liefert eine einheitliche „Policy“ für die systemübergreifende Beschreibung der Datenmodelle sämtlicher Mandanten und deren Applikationen. Wir haben bei der Entwicklung besonderes Augenmerk auf eine sehr gute Administrierbarkeit und Lauffähigkeit in heterogenen Systemlandschaften mit sehr hohem Datenvolumen gelegt. Alle für die elektronische Abbildung und Optimierung von Geschäftsprozessen relevanten Komponenten – dazu gehören vor allem auch bereits existierende Applikationen – können über das zentrale EIB-Management verwaltet und gesteuert werden.

 

Frage: Was für Anwendungen sind Ihrer Ansicht nach für eine Bereitstellung im SaaS-Modus besonders geeignet?

Andreas Liebing:
Nicht für alle Applikationen ist der Miet-Modus gleich interessant. Im Fokus stehen generell Lösungen, die etliche hunderte oder tausende Anwender haben, welche oft auch dezentral oder auf mehrere Anwendungen zugreifen müssen. Hier sehen wir beispielsweise großes Potential im Bereich Personalwirtschaft. Dort sind heute viele Prozesse sehr zeitaufwendig und es entstehen erhebliche Kosten bei der Abwicklung. Häufig fehlt ein adäquates ePersonal-Portal völlig, oder die eingesetzten Applikationen sind nicht mehr zeitgemäß und können nur noch unwirtschaftlich betrieben werden. Hier gibt es auch ein sichtbares Interesse von Softwareanbieter-Seite, die ihre Produkte den Kunden nicht mehr nur als Lizenzmodell, sondern über Business-Portale als Service anbieten möchten.

Mit einem ersten Anbieter von Personalwirtschaftssystemen, der GIP GmbH, haben wir bereits eine entsprechende Partnerschaft abgeschlossen. Die GiP-Kunden können dank StoneOne-Technologie künftig eine breite Lösungspalette für ePersonal nutzen: von eForms zur Suche und Nutzung von elektronischen Formularen, eAccounting für die Integration mit Payroll-Systemen und Übernahme von Lohn- und Gehaltsabrechnung, eDMS als Webbasiertes Dokumenten-Management, eTimetrack für eine Richtlinienkonforme Zeiterfassung, Human Ressource Management wird damit so einfach wie Surfen im Internet. Das ist ein Riesenvorteil im Vergleich zum heutigen Standard.

 

Frage: Welche Branchen sprechen Sie darüber hinaus an?

Andreas Liebing:
Neben dem Sektor Personalwirtschaft sehen wir speziell für die Bereiche Finanzdienstleistungen, Versicherungen oder auch den Öffentlicher Sektor gewaltiges Potential. Mit standardisierten Komponenten werden wir unsere Web Services Factory in diesen unterschiedlichen Branchen etablieren und dort innovative Services zur Geschäftsprozessoptimierung anbieten. Hier setzen wir auf das Know-how unserer Partner, wenn es um spezielle Portal-basierte Serviceangebote in unterschiedlichen Branchen geht.

 

Frage: Welche weiteren Einsatzmöglichkeiten ergeben sich für die Web Service Factory?

Andreas Liebing:
Wir bieten zum Beispiel gemeinsam mit Partnern auf der Basis von StoneOne-Services Lösungen für eCompliance. Etwa E-Mail Management mit einem Serverbasierten Management von E-Mails inklusive Archivierung und regelbasierter Compliance. Oder nehmen Sie den Bereich eScan/Capturing für webbasiertes Scanning und Erfassung von Seiten, Signaturen, Extraktion der Indexdaten. Weitere Anwendungsmöglichkeiten wären eBilling/ePayment zur Erfassung von Transaktionen und Nutzung elektronischer Abrechnungs- und Bezahldienste, eDMS, also Webbasiertes Dokumenten-Management oder eArchive, d.h. die rechtssichere Speicherung von Dokumenten jeglicher Art auf üblichen Archivmedien, wie z.B. EMC Centerra, Jukeboxen, Netapps, u.a.

 

Frage: Schlussendlich stellt sich immer die Frage: Warum sollten sich Unternehmen für StoneOne entscheiden, welchen Mehrwert bieten Sie Ihren Kunden?

Andreas Liebing:
Die Migration bestehender Anwendungen und Entwicklung zusätzlicher Angebote auf Basis eine völlig neuen Technologie ist extrem teuer. Das Tagesgeschäft bindet in der Regel die knappen Entwicklungsressourcen, es bleibt nur wenig Zeit um sich mit neuen Technologien wirklich auseinanderzusetzen. Eine komplette Neuentwicklung ist für die meisten mittelständisch geprägten Softwareunternehmen nur sehr schwer zu bewerkstelligen. Zum einen entlasten wir unsere Partner von zeitaufwendigen Entwicklungsarbeiten, zum anderen tragen wir auch das unternehmerische Risiko mit. Da wir nur an den tatsächlich vom Endkunden in Anspruch genommenen Transaktionen partizipieren, ist das Investment in die neue Technologie für unsere Partner gering. Damit tragen wir mit unseren Lösungen unmittelbar zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zum Geschäftserfolg unserer Kunden bei, sie können zeitnah neue Services kostengünstig anbieten und zugleich eigene Entwicklungsressourcen schonen.